Anno 1377

Die Urkunde vom 22. Juli 1377

Hier finden wir die erste schriftliche Erwähnung von Laasow und einigen anderen Nachbardörfern.

Der nachfolgende Text stammt aus: "Neues lausitzisches Magazin",1853


Die Mutterkirche zu Altdöbern.

Tausch der ursprünglichen Landdotation der Pfarrstelle gegen das Dorf Kleinjauer.

Der Pfarrwidem bestand von Anfang aus drei Hufen Landes, die, wie sonst überall, üblich, mit fremden Aeckern und Wiesen im Gemenge lagen. Durch den Tauschvertrag vom Magdalenentage des Jahres 1377, welcher zwischen dem Pfarrer Hanns Gubekow und dem Patron, dem Ritter Walter von Köckritz abgeschlossen worden, wurde das dem von Köckritz angehörige Dorf Kleinjauer mit seinen dienst- und zinspflichtigen Insassen der Nutzung des Pfarrers überwiesen, ingleichen zwei Kossäthen in Altdöbern selbst. An Pfarrgrundstücken verblieb der Stelle nur eine zusammenhängende, aus Aeckern und Wiesen bestehende Fläche im Felde Lahs (Laasow) an der Grenze von Neudöbern. Diese Parzelle, welche ungefähr 7 Dresdn. Scheffel Roggen Aussaat betrug, und 7-8 Fuder Heuertrag gab, ist neuerdings durch die Separation an eine andere Stelle verlegt worden. Die zwei Kossäthen in Altdöbern sind (man weiß nicht woher, wann und wie) sammt dem zugesicherten Rechte der freien Holzung in der herrschaftlichen Haide von der Pfarre abgekommen, muthmaßlich zu der Zeit, als die Besitzer von Altdöbern das Pfarrdotal Kleinjauer gegen Entrichtung einer ziemlich willkürlichen Geldrente wieder zurückzunehmen Anstalt machten. Die in mehreren Abschriften im Pfarrarchive befindliche, auch von Worbs lib. c. aufgenommene Tauschurkunde lautet also:

     Im Namen Gottes Amen. Die gewest seyn in dieser Welt und noch seyn leichtlich vergessen werden, Es sey denn, daß dieselbige mit warnunge der gegenwertige und mit anhangenden Insiegeln festiglich werden gesterkt; hierumb Ich Walther von Köckritz, Ritter zur Alten Döber gesessen, Mit Wissen und mit Willen Anna, meiner ehelichen Hausfrawen, Hannß, Heinrich, Nickel, meiner Söhne, und aller meiner Erben, bekenne öffentlich und thue kund in diesem meinem offenen Brieffe vor allen, die ihn sehen, hören oder lesen, daß ich mit freyer Willkühr, Wohlbedachtem Muthe Rechter Vernunft und gutem Wißen geben habe leutterlich durch Gott und umb unser Seligkeit willen das Dorff die Kleine Jaworka, das da gehöret in das Weichbilde kegen die Alte Döber mit allen Gnaden und mit allen Rechten Niederen und Oberen, und mit allen Nützen und Zinsen, die in deß       Vier Reinen liegen, die zu dem Dorfe Jaworka von Alters gehöret haben, also als Ich und alle meine Vorfahren gehabt habe von wegen meinen gnädigen Herrn gnaden Königs Wenzeslaus König zu Behmen. Und darzu gebe ich, mehrgenannter Walther von Köckritz in meinem Dorffe Alten Döber zweene Gerttner, Einen in dem Berlin und andern am Ende, Ein Stügke Ackers und eine Wiese, an der Margkscheiden bei der Neudhöber, und alle Freyheit in den Püschen, und wo meine Art hauet, da soll auch seine hauen, ohne hinder dem Schloße in meinen Hegen, und sonst Holz zu beßern an den Gebäuden, zu der Pfarre. Und die drey Huffen Ackers die habe ich, ehgenannter Walther von Köckritz, von der Pfarren gesondert zu meinem Schloße gegen dem Holtze und um die Freyheit, die ich zu der Kirchen und Altar gegeben habe, mir zur Nutze und Annen, meiner Hausfrauen und allen meinen rechten Erben mit allen Gnaden und Rechten, mit Zinsen und Hofediensten, daß ich damit zu thun und zu laßen habe und alle meine Nachkömmlinge also, daß mehrbenanntes Dorf Jaworka und die Gerttner zur Alten Dhöber, der Acker und die Wiese mit dem Holtze zu dem Altar und zu der Kirchen gehören sollen, daß ich gestiftet und von Neuem gebaut habe In der Kirchen zur Alten Dhöber. Und daßelbige habe ich geliehen und leihe mit Krafft diesses Brieffes leutterlich durch Gott dem Erbaren Priester, Ern Hannß Gubekow, meinem lieben und getreuen Caplan, und allen denen, die daßelbige Altar hernachmals gebrauchen und besitzen werden, und verzeihe mich des mehr verschriebenen Dorffes, Zinses und die Gartten zur Altendöber, Acker, Wiesen und das Holtz mit allen meinen Erben nu und ewiglich also, daß das benannte Dorff Jaworka von mir und allen meinen Nachkömmlingen unbekümmert unvorgeschütz und unbeschwert bleiben soll oder magk, auff daß die Leute die Zinse desto baß und geruhlicher dem Pfarrer geben mögen. Würde seyn daß Ich Walther von Köckritz, Ritter, meine Erben oder Nachkömmlinge das verschriebene Holtz zur Dhöber wiederruffen oder lösen wollten, so sollen wir demselben Pfarrer funfzig Schock behmischer Groschen oder die drey Huffen wieder zur Pfarre geben. Wo wir in dem die drey Huffen bezahlet han, soll er uns, der Pfarrer, an unsern Püschen wieder abtreten und soll die Summa des Geldes der Pfarrer zur Gute anlegen, auff daß der Kirchen und dem Altar nichts abginge, sondern die Zinse ewiglich bey der Kirchen und Pfarren bleibe. Daß ich alle diese vorbeschriebene Rede, Stück und Artikell mit allen meinen Erben und Nachkömmlingen stete, ganz ohne alles arge, unverbrüchlichen halten will und soll, deßen zu einem Bekenntnüsse und meiner Sicherheit und Gezeugnüß dieses Brieffes sind gewesen dabey meine Hausfraue Anna, und meine Erben Hannß, Heinrich und Nickel, Hannß von der Seide, Ritter, Heintze von Drauchwitz zur Reppen gesessen, Hannß von Bichow zu Wüstenhayhn gesessen, Peter Schaaff zu Neudöber gesessen, Herr Cunze von Radtstorky Pfarrer zu Calo, Herr Peter Pfarrer zu Gahlin, Herr Merten Pfarrer zu Lahs, und sonst viel Biederleute hier aus diesem Kirchspiel, denn es ist wissentlich allen wohl umb diesem Brief.
Dessen zu einer großen Sicherheit habe ich mein Insiegel an diesen Brief lassen hangen als man schreibet nach Christi Geburt dreyzehnhundert Jahr, darnach im dem Sieben und Siebenzigsten Jahre am S. Magdalenen Tagk.